Q-Fieber

Was ist Q-Fieber

Q-Fieber ist eine Krankheit, die von Tieren auf Menschen übertragen werden kann. Die Krankheit wird durch Bakterien mit dem Namen Coxiella burnetii hervorgerufen. Das Bakterium kommt fast überall auf der Welt vor. In Deutschland werden ungefähr 100 Fälle pro Jahr gemeldet. In ländlichen Gebieten kommt es gelegentlich zu einer Ansteckung von vielen Leuten auf einmal.

Wie wird das Q - Fieber übertragen

Üblicherweise ist das Bakterium in Schafen und Ziegen zu finden. Auch Rinder, Katzen, Hunde, Kaninchen, Wildtiere und Vögel können das Bakterium in sich tragen. Das Bakterium ist in der Umwelt sehr widerstandsfähig. Es kann z.B. jahrelang in Staub überleben.

  • Menschen können sich anstecken, wenn sie Staub einatmen, der den Erreger enthält.

  • Menschen können sich anstecken, wenn sie ein erkranktes Tier berühren.

  • In seltenen Fällen kann das Bakterium auch über Lebensmittel übertragen werden. Zum Beispiel durch Fleisch, Rohmilch oder Rohmilchkäse von betroffenen Tieren.

  • Q-Fieber wird nur in Ausnahmefällen von einem Menschen zum anderen übertragen, z.B. bei der Geburt, bei Bluttransfusionen oder Knochenmarktransplantationen.

Welche Krankheitszeichen haben Erkrankte?

Etwa die Hälfte aller Menschen haben keine oder nur milde Krankheitszeichen. Menschen, die erkranken haben meist hohes Fieber, Schüttelfrost und Kopfschmerzen. Im weiteren Verlauf kann es zu einer Lungenentzündung oder Leberentzündung oder noch seltener zu einer Herzmuskelentzündung oder Hirnhautentzündung kommen. In seltenen Fällen ist die Erkrankung anhaltend und schädigt die Herzinnenhaut oder andere Organe. Dies betrifft insbesondere Personen mit einer vorbestehenden Erkrankung der Herzklappe oder einem geschwächten Abwehrsystem. Schwangere haben, wenn sie erkranken, ein hohes Risiko, ihr Kind zu verlieren oder eine Frühgeburt zu bekommen. Dies gilt besonders für das erste Drittel in der Schwangerschaft.

Wann bricht die Erkrankung aus und wie lange ist man ansteckend?

Die Erkrankung beginnt in der Regel 2 bis 3 Wochen nach der Aufnahme des Bakteriums. Personen, die besonders viele Bakterien aufgenommen haben, erkranken schneller als Personen, die wenig Bakterien aufgenommen haben. Menschen sind üblicherweise nicht ansteckend.

Wer ist besonders gefährdet?

  • Personen, die Umgang mit Tieren haben, kommen häufiger in Kontakt mit dem Bakterium. Daraus folgt, dass sie auch häufiger erkranken. Das betrifft unter anderem Schäfer*innen, Jäger*innen, sonstige Tierhalter*innen, Schlachter, Tierfellverarbeiter*innen und tierärztliches Personal. Besonders sind Personen gefährdet, die Tiergeburten betreuen.

  • Personen, die in der Nähe von Tieren wie Schafen und Ziegen wohnen, und den Staub aus deren Umgebung einatmen, erkranken häufiger als solche, die weiter entfernt wohnen.

  • Besonders gefährdet sind: Schwangere und Babys im Mutterleib, Personen mit Herzklappenfehlern, Personen mit einem geschwächten Abwehrsystem. Alle diese Personen haben ein erhöhtes Risiko schwere Verläufe und Komplikationen zu entwickeln.

Was muss ich bei einer Erkrankung beachten?

  • Schwangere, Menschen mit Herzklappenschädigungen und Menschen mit einem geschwächten Abwehrsystem müssen sich bei einer Q-Fieber-Erkrankung unbedingt in ärztliche Behandlung begeben. Eine Behandlung mit einem Antibiotikum kann sinnvoll sein, selbst wenn keine Krankheitszeichen auftreten.

  • Erkrankte Schwangere sollten dem Frauenarzt oder der Frauenärztin mitteilen, dass sie erkrankt sind. Bei bestimmten Eingriffen sind besondere Hygienemaßnahmen notwendig.

  • Erkrankte Personen müssen nicht isoliert werden. Das heißt sie können einen normalen Umgang mit ihren Mitmenschen pflegen.

  • Wenn Sie Kontakt zu einem an Q-Fieber erkrankten Tier hatten, sollten mit dem örtlichen Gesundheitsamt in Kontakt treten.

Wie kann ich mich schützen?

  • Vermeiden Sie Rohmilch und Rohmilchprodukte, insbesondere wenn Sie schwanger sind oder schwerwiegende Erkrankungen haben.

  • Sie können Ihr Erkrankungsrisiko verringern, indem Sie Kontakt zu gebärenden Schafen und Ziegen vermeiden.

  • Frauenärztliches Personal muss bei bestimmten Eingriffen bei erkrankten Schwangeren besondere Vorsichtsmaßnahmen ergreifen.

  • Schäfer*innen sollten bestimmte Regeln im Umgang mit Tieren und Ställen beachten.

Wo kann ich mich informieren?

Ihre Hausärztin oder ihr Hausarzt kann Ihnen kompetent weiterhelfen. Fachärztinnen oder Fachärzte für Infektiologie sind auf die Erkrankung spezialisiert. Das örtliche Gesundheitsamt steht Ihnen für Beratung zur Verfügung. Weitere Informationen finden Sie auch im Internet auf den Seiten des Robert Koch-Institutes. Empfehlungen für Hygiene bei der Haltung von Wiederkäuern finden Sie auf den Seiten des Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung.